„Eine Schule mit viel Courage“ :: Der Patriot

Vielseitig, ambitioniert, ideen- und facettenreich, engagiert, klug, durchdacht, politisch, multikulturell und vor allem das verständnisvolle Mit- und Füreinander fördern: ganz so präsentierte sich der gestrige Projekttag „Vielfalt gestalten – miteinander lernen und leben an der Sekundarschule Anröchte/Erwitte.“ Ausgangspunkte dafür bildeten der Internationale Tag der Muttersprache und das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, das, trotz seiner erst kurzen Laufzeit, längst im Schulalltag gelebt wird.

Anröchte / Erwitte – „Wir sind eine Schule ohne Rassismus aber mit viel Courage!“ Mit dieser deutlichen Feststellung endet ein knapp vier Minuten dauernder Film, den Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a der Sekundarschule „mit Herzblut“ selbst produzierten. Intelligent zeigten sie Szenen aus dem Alltag, in denen Mitmenschen auf verschiedene Art und Weise drangsaliert oder gemoppt werden.

Die Lösungsmöglichkeiten, um unter anderem die rassistischen Angriffe zu stoppen, blieben sie nicht schuldig. Sie führten vor Augen, dass ein Mit- und Füreinander, so zum Beispiel mit den Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Nationen ganz einfach möglich ist. Prägnant machte der Film dies an gemeinsamen sportlichen Aktivitäten fest. Viel Applaus gab’s für den Film, als das Licht im Klassenraum wieder anging. Verdientermaßen ernteten ebenfalls die zahlreichen anderen Projektarbeiten der Jahrgangsstufen 5 bis 10 Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Menschenrechte

Die „Fünfer“, der jüngste Jahrgang, setzte sich vielseitig mit den Rechten der Kinder, die in der Kinderrechts-Konvention verbrieft sind, auseinander und rückten das „Recht auf Bildung“ in den Fokus. Dazu wurden beispielhafte Info-Plakat gestaltet.

Beeindruckend für die begleitenden Lehrer/innen sowie für die Gäste, darunter interessierte Eltern, wie sie dazu recherchierten und sich auch dem Alltags-Rassismus widmeten. Sie scheuten sich nicht, sich dem Artikel 5 der Menschenrechte zu nähern, der darauf abhebt: „Niemand darf der Folter unterworfen werden!“

Demokratie

Nicht nur schwerer Kost, nämlich unter den Überschriften „Jugend gegen Rassismus – für Demokratie“, oder den Fragestellungen „Was ist Extremismus?“, „Was ist Rassismus?“ oder „Bedroht der Rechtsradikalismus die Demokratie?“, stellten sich die Schüler der Jahrgangsstufe 9. Eltern, Großeltern, Mitschülern, Lehrern und Gästen servierten sie leckere Kost, nämlich Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, zum Kennenlernen und zum Probieren. Dazu passte gleichfalls, dass die Neuner die verschiedenen Kulturen und ihre Besonderheiten, wie Gebräuche, Sprachen und Kleidung, vorstellten.

Köstlichkeiten

Ihre kulinarischen Köstlichkeiten servierten sie in den Elterncafés in Anröchte und in Erwitte. Dies besonders unterstützt von der Schulpflegschaftsvorsitzenden Fr. Müller und zahlreichen anderen Helfern/innen. Bei leckeren Gaumenfreuden, so aus Russland, Polen, der Türkei oder auch den USA. Lecker! Bei Speisen und Getränken wurde gern verweilt und sich ausgetauscht.

Menschlichkeit

Viele andere Aktionen und Aktivitäten, die in die einzelnen Projekte der Jahrgangsstufen mit eingebunden waren, bereicherten den Projekttag kreativ. So wurden Menschenketten aus Papier gefertigt und jede Figur mit klaren Worten, wie für die Menschlichkeit oder die Rechte versehen. Ebenso verbunden mit dem energischen Eintreten gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit sowie der weit verbreiteten Homophobie und dem Sexismus. Im Eingangsbereich der Sekundarschule in Erwitte gestalten Schüler ein bleibendes Kunstwerk. Farbige Handabdrücke an einem Baum symbolisieren und signalisieren dort die Vielseitigkeit und Individualität eines jeden Menschen.

Fotobox

Unterstützt vom Schulzweckverband Sekundarschule Anröchte/ Erwitte, den die Bürgermeister Alfred Schmidt und Hans Fink repräsentierten, wurde auf Intention von Projekt-Patin, dem prominenten Rollstuhlmodell Nina Wortmann, eine Fotobox-Aktion gestartet. Diese bereitet nicht allein nur Spaß. Die Bilder sind nun bleibende Dokumente des Projekttages und seiner richtig tollen Ergebnisse und der zahlreichen Erkenntnisse.

Wie es schon die Filmemacher der Klasse 10 a formulierten: „Wir sind eine Schule ohne Rassismus, aber mit viel Courage!“

Schüler aus 22 Nationen lernen gemeinsam

Unter dem Dach der Sekundarschule lernen aktuell, bilanzierte Konrektorin Ute Stuckenberg auf Nachfrage, lernen Kinder und Jugendliche aus 22 verschiedenen Nationen. Damit sind, abgesehen von Deutsch, 21 weitere Sprachen durch die Schülerinnen und Schüler präsent: Albanisch, Arabisch, Aramäisch, Bosnisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Georgisch, Italienisch, Koreanisch, Kurdisch, Lingala (Kongostaaten), Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch. Somit ist die Sprachenvielfalt, wurde am Internationalen Welttag der Muttersprache deutlich, ein besonders Merkmal des Schullebens. Dieser Welttag ist auch ein Gedenktag, um die Bedeutung der Sprache als Kulturgut zu betonen, das droht immer mehr zu verschwinden. Denn in den Herkunftsfamilien der Schüler werden weitere Sprachen gesprochen, die diese selbst selbst nicht mehr erlernen. Esan (Nigeria), Flämisch, Griechisch, Kirgisisch, Kroatisch, Niederländisch, Pashto (Afghanistan und Pakistan), Ukrainisch, Ungarisch und ebenso alte Dialekte.

 

Mit freundlicher Genehmigung: (c) Görge, der Patriot

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