“Erhellende Praxistage” :: Der Patriot

“Erhellende Praxistage” :: Der Patriot

LIPPSTADT – Ganz vorsichtig nähert der 15-jährige Fabian sein Werkstück dem rotierenden Standbohrer. Das handliche hellgrüne Plastikgehäuse soll mal ein Modell-Lkw werden. Dessen Räder lassen sich natürlich nur bewegen, wenn die halbkreisförmigen Aussparungen am Gehäuse exakt ausgestanzt und dann sauber geschliffen werden. Fahren wird der Lkw zwar nie aus eigenem Antrieb – aber wenn er schon in der Ausbildungswerkstatt bei Hella gefertigt wird, dann bekommt er natürlich auch Scheinwerfer: Die Löcher dafür werden an einer computergesteuerten Maschine gefräst, auch die gesamte Lichtelektrik vom Schalter bis zur LED löten die Jugendlichen selbst. Aus dem Rohling wird also mal eine kleine Taschenlampe, mindestens aber eine dekorative Erinnerung an einen ersten „geübten“ Arbeitstag.

Auch Hella sucht Talente

Der Praxistag ist ein Angebot des ehrenamtlich tätigen Stark-Vereins (der damit das Interesse an Berufen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik; kurz: Mint) steigern möchte, die Partnerschulen entsenden rund 15 möglichst auch technisch interessierte Teilnehmer. Solche Tage entfalten offenbar auch langfristig Wirkung: Seit inzwischen drei Jahren gibt es das Angebot, inzwischen sind es bis zu 17 Termine im Jahr – und Ausbildungsleiter Michael Marr von Bewerbungsgesprächen berichten, in denen Kandidaten auf das erste Kennenlernen an einem solchen Praxistag verwiesen. Wobei man auch als namhaftes Unternehmen gerade in technischen Berufen den Bewerbermangel spüre: Wer weiß schon, was ein Werkzeugmechaniker oder ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk macht? Einen Vormittag können die Jungen und Mädchen hier jedenfalls erproben, ob Jobs mit Metall, Kunststoff und Elektro was für sie wären – und sich bei Ausbildern und Azubis zu Voraussetzungen, Verdienstmöglichkeiten und mehr erkundigen.

der Kontakt zwischen Schulen und Betrieb kommt zustande über den Verein Stark (was als Abkürzung für Schule-Technik-Arbeitskreis in regionaler Kooperation steht). Den Bereich solcher Praxistage würde der Verein gerne mit weiteren Betrieben ausbauen, wie der Vorsitzende Markus Schmidt (zugleich Leiter für Hella-Personalprojekte) und Geschäftsführer Horst Erlemann erklären. Zum einen könnten solche Praxistage auch mit weniger Schülern durchgeführt werden; zum anderen hat der Verein für die bald kreisweit verpflichtet geltenden Berufsfelderkundungen der Achtklässler ein Matching-Portal eingerichtet. Solche Tage dürften Erhellendes zur eigenen Berufsorientierung bringen – und das nicht nur, wenn kleine Taschenlampen gefertigt werden. – axs

http://stark-lippstadt.de

Mit freundlicher Genehmigung: (c) SCHWADE, Der Patriot

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