“Gänsehaut bis Partystimmung” :: Der Patriot

Anröchte    Aufgeregt hocken 324 Jungen und Mädchen auf dem Boden im Bürgerhaus. Das Licht geht aus, der Spot an, die Musik beginnt. Die Jugendlichen hüpfen los. Richtige Gute-Laune-Musik donnert aus den Boxen – und richtig gut gelaunt tanzen die Jugendlichen gekonnt übers Hallenparkett, während ein gigantisches Publikum begeistert klatscht, stampft und mit dem Kopf wippt.

Die Choreographie sitzt – und wenn nicht, reicht ein kurzer Blick nach rechts oder links zu den Young Americans. Die 324 Jungen und Mädchen, die da in Jeans und weißen T-Shirts mit „Young Americans“-Aufschrift herumspringen, gehen nämlich auf die Sekundarschule Erwitte-Anröchte und haben drei Tage lang Mathe, Deutsch, Englisch und strenge Lehrer gegen Tanzen, Singen, Schauspiel und „unglaubliche Young Americans voller Liebe und Zuneigung“ (Carola Pichmann) eingetauscht. Das Ergebnis? Eine Show, die seinesgleichen sucht. Das komplette High-School-Musical-Gefühlschaos aus Momenten mit ganz viel Gänsehaut und Rührung, jeder Menge Platz zum Lachen und ordentlich Partystimmung.

Mit unendlicher Energie fegen die Jugendlichen dafür über die Bühne. Dass sie das einstündige Programm – im ersten Akt begeisterten die 38 Young Americans allein (als „Geschenk an die Kinder“, erklärte deren Direktor Travis Goode), im zweiten Akt bezauberten dann auch die 5. bis 8. Klässler – in nur zwei Tagen auf die Beine gestellt haben? Kaum zu glauben. „Really awesome“, lobte auch Schulleiterin Carola Pichmann anschließend, als sie in den strahlenden Kinderaugen blickte.

In nur einer halben Woche haben sie nämlich so sehr an Selbstvertrauen gewonnen, dass sie vor mehr als 600 stolzen Mamis, Papis und anderen Familienmitgliedern zum Teil sogar ganz allein einen Part sangen.

Singen, tanzen,
rennen „like crazy“

„Drei Stunden lang haben wir Ihre Kinder in kreativen Künsten unterrichtet“, erzählte Dominik von den Young Americans begeistert. Da haben die Jugendlichen sogar eigene Lieder geschrieben, Tanzchoreographien überlegt und sich mit ihren Wünschen und Träumen auseinandergesetzt.

All die Ergebnisse zeigten sie: Sangen und tanzten vor, rannten „like crazy“ durch die ganze Halle, heizten ihren Fans im Publikum richtig ein und erzählten von ihren Träumen. Besonders für Gänsehaut sorgte dabei ein junger Geflüchteter aus dem Irak, dessen größter Traum es war, „zurück nach Hause“ zu kommen.

Sie brachten all ihre Talente ein, ob schauspielerisch beim Rudern, im Boxring oder als Skifahrer, gesanglich mit ihren engelsgleichen Stimmen oder beim Beatboxen. Keine Frage, dass das Publikum anschließend tosend applaudierte – und die Kleinen sogar mit Standing Ovations belohnte.

Mit freundlicher Genehmigung: (c) Lösecke, Der Patriot

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