“Sekundarschüler knüpfen Kontakte in die Berufswelt” :: Der Patriot

Anröchte   Abitur und dann Studium? Erstmal zur Berufsschule? Oder direkt in die Ausbildung? Die Neunt- und Zehntklässler der Sekundarschule Anröchte/Erwitte müssen sich langsam entscheiden, wo die Reise nach der Schule hingeht. Hilfestellung bekamen die jungen Leute von 31 heimischen Betrieben, die sich ihnen heute einen Schultag lang vorgestellt haben.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Sekundarschule die Veranstaltung „Betriebe stellen sich vor“ ohne die beiden Hauptschulen veranstaltet. „Auf Anregung der teilnehmenden Betriebe aus dem letzten Jahr, haben wir aber die Struktur ein wenig verändert“, so Berufsorientierungslehrerin Sonja Niggemeyer.

Vormittags besuchen die Schüler vier Kurzvorträge. Dabei konnten sie aus den 31 Betrieben wählen, die entweder aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Verwaltungs- und Bankwesen, dem sozialen Bereich sowie der Lebensmittelindustrie stammen. Es stellten aber auch Schulen und Weiterbildungsinstitute ihr Angebot vor. Und die Malteser erklärten, warum auch Ehrenamt für das Berufsleben hilfreich sein kann.

Jede Einrichtung stellte sich 30 Minuten lang vor, die Schüler konnten Fragen stellen. „Wir finden, es ist wichtig, dass Betriebe und Schüler sich so ganz in Ruhe kennenlernen können“, so Niggemeyer. Nach Mittag waren dann auch – und das ist neu – die Eltern eingeladen, um sich mit ihren Kindern über verschiedene Unternehmen zu informieren. „Eltern sind eine wichtige Entscheidungsstütze, wenn es um die Zukunft der Jugendlichen geht“, erklärt Niggemeyer.

Generell sei die ganze Veranstaltung ein Gewinn auf beiden Seiten, findet die Berufsorientierungslehrerin: „Die Schüler können sich informieren sowie Kontakte für Praktika und Ausbildung knüpfen, während die Betriebe potenzielle neue Mitarbeiter anwerben können.“ So hätten sogar einige Schüler direkt für diesen Tag Bewerbungen für Ausbildung oder Praktikum vorbereitet, um sie direkt bei der Gelegenheit abzugeben.

Von Unternehmer-Seite aus bestätigt das Fabian Heitzig, KFZ-Meister und Ausbilder bei der Franz Bracht Kran-Vermietung: „Wir bilden jedes Jahr für unseren eigenen Bedarf aus und suchen für kommendes Jahr noch Auszubildende.“ Schulveranstaltungen wie diese seien optimal um den eigenen Job jungen, interessierten Leuten näherzubringen. Im letzten Jahr hätten sogar vier Schüler der Sekundarschule eine Ausbildung bei der Unternehmensgruppe angetreten.

Beliebt sind übrigens alle Angebote bei den Schülern ungefähr gleich, verrät Sonja Niggemeyer. In diesem Jahr sei besonders das Zollamt Anröchte auf Interesse bei den Schülern gestoßen.

Pflege ist wieder etwas beliebter

Wenige Anmeldungen gab es für den Pflegebereich. „Allerdings schon weitaus mehr als im letzten Jahr. Das ist sehr erfreulich. Vielleicht hat da ein Umdenken bei den Schülern stattgefunden, weil das Thema auch in den Medien so präsent war.“

Und so rührt bei seinem Vortrag auch Christian Horstmann, Schulleiter vom Esta-Bildungswerk für Gesundheit und Soziales, die Werbetrommel für den Pflegeberuf – besonders bei den männlichen Teilnehmern: „Pflege ist kein typischer Frauenberuf. Männliche Pfleger sind meist sogar sehr beliebt: sowohl bei den Mitarbeitern, als auch bei den Bewohnern. Es ist schön wenn die Geschlechter ausgeglichen sind“, erklärte der Schulleiter aus Lippstadt.

Mit freundlicher Genehmigung: (c) Der Patriot, Rinsche

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